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Prof. Dr. Rolf Lessenich

Emeritus

Lessenich

 

Fields of Research and Teaching

  • English and Comparative Literature
  • Classical Tradition
  • Baroque, Enlightenment and Neoclassicism, Preromanticism, Romanticism, Victorianism, Decadence and Fin de Siècle, Early Modernism

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† Rolf Lessenich (1940-2019)
Das Institut für Anglistik, Amerikanistik und Keltologie trauert um sein Mitglied Prof. Dr. Rolf Lessenich, der im Februar 2019 plötzlich verstarb. Rolf Lessenich wurde am 19.6.1940 in Köln geboren. Nach dem Studium der Anglistik, Romanistik und Theologie an den Univer­sitäten Köln, Bonn und Oxford, das er mit dem Staatsexamen abschloss, folgte 1965 die Pro­motion mit einer Arbeit zu Dichtungsgeschmack und althebräische Bibelpoesie im 18. Jahr­hundert: Zur Geschichte der englischen Literaturkritik (Böhlau 1967), die später in bearbeiteter Form und auf Englisch unter dem Titel Elements of Pulpit Oratory in Eighteenth-Century England (1660-1800) (Böhlau 1972) erschien. 1976 habilitierte er sich mit einer Arbeit zu Lord Byron and the Nature of Man (Böhlau 1978) und war danach als Oberassistent in Bonn und als Lehrstuhlvertreter an der Universität Würzburg tätig. Seit 1982 war Rolf Lessenich Professor für Englische Philologie an der Universität Bonn und blieb auch nach seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahre 2007 in Lehre und Forschung aktiv. Mit Rolf Lessenich verlieren das IAAK und die deutsche Anglistik einen verehrten Kollegen, einen engagierten akademischen Lehrer und einen national und international anerkannten und gefragten Spezialisten für die Europäische Kulturgeschichte des 18. und 19. Jahrhunderts, der in vergleichender Perspektive zum Barock, zur Aufklärung und Romantik, zum Viktorianismus bis hin zum frühen Modernismus forschte und publizierte. Insbesondere in der nationalen und internationalen Romantikforschung war Rolf Lessenich eine hoch angesehene und bestens vernetzte Kapazität. Zu seinen Publikationen gehören drei weitere Monographien:, Aspects of English Preromanticism (Böhlau 1989), Neoclassical Satire and the Romantic School (1780-1830) (Bonn UP/v&r unipress 2012) und Romantic Disillusionism and the Sceptical Tradition (Bonn UP/v&r unipress 2017), sowie rund 90 wissenschaftliche Artikel, die in so renommierten Publikationsforen wie The Princeton Encyclopedia of Poetry and PoeticsThe Oxford Book of Victorian PoetryThe Cambridge Companion to the Eighteenth-Century Novel und The Handbook of British Romanticism erschienen. An der Bonner Enzyklopädie der Globalität (Springer 2017) war er mit vier Artikeln (zwei davon in Koautor­schaft) beteiligt: „Tradition“, „Ästhetik“, „Streit“ und „Humanität“.
Die Besprechung eines Vortrages, den er im Dezember 2018 in Bad Nauheim über die Philosophie der englischen Aufklärung hielt, nennt Rolf Lessenich „ein faszinierendes Beispiel klassischer Gelehrsamkeit“. Rolf Lessenich war weitgereist und polyglott: Er sprach fließend Englisch, Französisch, Spanisch und Hebräisch. Komparatistische Forschung über die engeren Grenzen seines Faches hinaus war ihm eine Selbstverständlichkeit; er erhielt, jenseits internationaler Kontexte, Einladungen zu Vorträgen auf den Jahrestagungen des Anglistenverbandes wie auch des Romanistenverbandes. Seiner Universität und ihren Studierenden war Rolf Lessenich zutiefst verbunden. Er freute sich auch noch im Ruhestand auf den Austausch mit seinen Studierenden und DoktorandInnen, die er mit großem Engagement förderte und forderte und die von seinem wissenschaftlichen Weitblick und seiner Begeisterungsfähigkeit profitierten. Im November 2018 ehrte ihn die Universität Bonn für die Stiftung von 10 Deutschlandstipendien. Seinem Institut diente er insgesamt fünf Jahre als Geschäftsführender Direktor, und er engagierte sich in der Universitätsgesellschaft. Mit seinem Interesse für die Classical Tradition des Skeptizismus und die okzidentale Streitkultur war Rolf Lessenich prädestinierter Mitbegründer des Bonner Centre for the Classical Tradition, in dessen Vorstand er mehrere Jahre mitwirkte und das er mit regelmäßigen Vorträgen in seinen Vortragsreihen und auf dem Dies Academicus profilierte. BGECS, unsere interdisziplinäre Bonn Group for Eighteenth-Century Studies, hat Rolf Lessenich von der ersten Stunde an gefördert; neun Jahre lang waren die CfPs zu unseren Jahrestagungen kaum publiziert, da lag uns bereits sein Vortragsangebot vor. Ein tragischer Unfall hat Rolf Lessenich aus dem aktiven akademischen Leben gerissen; wir werden ihn sehr vermissen und ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

 

Barbara Schmidt-Haberkamp

 

 

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