Abschluss - was dann?
Abschluss, was dann? Diese Frage stellt sich mit Sicherheit jede*r Studierende irgendwann im Verlauf des Studiums. Anders als in der Bildungs- oder Rechtswissenschaft, gibt es in den philologischen Fächern oft kein genaues Karriereziel auf das man hinarbeitet. Das ist jedoch kein Grund diese Fächer nicht zu wählen! Wir haben sechs ehemalige Studierende aus der Keltologie befragt, um einen Einblick zu geben, wie das Arbeitsleben nach dem Keltologie Studium aussehen könnte.
Ein zentraler Bestandteil des Keltologiestudiums ist die Vermittlung von Schlüsselkompetenzen, wie Kommunikation und empirisches Arbeiten, die vielfältig auf dem Arbeitsmarkt einsetzbar sind. Dazu zählen Bereiche in Bildung, Kultur, Medien- und Kommunikationswesen und Wissenschaft. Auch unsere sechs Befragten hat es in die unterschiedlichsten Ecken der Arbeitswelt verschlagen. So ist Leyla (2002–2012) inzwischen selbstständige Projekt- und Prozessmanagerin für deutsche Unternehmen in Irland, während Kerstin (2000–08) in der Buchhaltung einer international tätigen Hilfsorganisation arbeitet. Tim (2015–20) hat nach seinem Studium eine Weiterbildung zum Redakteur gemacht und arbeitet nun für eine HiFi-Zeitung. Arne (2012–18) hat ein weiteres, duales Studium abgeschlossen und ist nun als Diplomarchivar und Museumsbetreuung tätig, während Lauritz (2015–18) eine Ausbildung zum Orthopädieschuhmacher gemacht hat. Philine (2009–17) ist in der Wissenschaft geblieben und promoviert in Mittel- und neulateinischer Philologie.
Trotz dieser sehr unterschiedlichen Berufsrichtungen konnte das Keltologiestudium direkt oder indirekt zum Werdegang beitragen. Gründe dafür sind etwa die gute akademische Ausbildung und Fähigkeiten wie Kommunikation, Zusammenarbeit mit Mitmenschen, Typografie und richtiges Schreiben, die während des Studiums erlernt wurden. Leyla betont den positiven Einfluss des vielfältigen Spracherwerbs, „da ich dadurch zeigen konnte, dass ich mich schnell und gut in unterschiedliche Systeme einarbeiten kann“. Viel mehr als fachspezifisches Wissen zählte bei ihrer Jobfindung die „durchs Keltologie Studium demonstrierte Willigkeit mich in breite Themengebiete einzuarbeiten und neue Informationen zu recherchieren, zu prüfen und zu lernen, [was] mir dabei geholfen [hat] die Stelle bei Google zu bekommen und meine Arbeit dort zur Zufriedenheit meiner Manager auszuführen“. Kerstin weist darauf hin, dass bei vielen Arbeitgebern auch ein Quereinstieg kein Problem ist und auch Tim sagt, dass es häufig egal ist was man studiert hat, „es eigentlich nur wichtig, dass du studiert hast“. Alle Befragten würden Keltologie auf jeden Fall noch einmal wählen und hätten zum Teil das Fach auch gerne mit einem Master oder einer Promotion fortgesetzt.
Für weitere Antworten klicke gerne auf die Namen der unterschiedlichen Personen.
Was hast du studiert?
Keltologie (Magister)
Was machst du jetzt?
Buchhaltung in einer international tätigen Hilfsorganisation
Hast du Dinge gelernt, die dir immer noch weiterhelfen?
Nicht in Bezug auf die fachspezifischen Inhalte, aber sehr wohl in Bezug auf die Qualität des akademischen Arbeitens und die Art und Weise wie dies mein Denken geprägt hat.
Was waren die Highlights deines Studiums?
Die Promotion in Marburg.
Was würdest du aktuellen Studierenden raten?
Genießt es, solange es anhält und solange es solche nicht-standardgebügelten Studiengänge noch gibt.
Was hast du studiert?
Keltologie (Islamwissenschaft und Anglistik im Nebenfach)
Was machst du jetzt?
Ich arbeite zur Zeit von Irland aus selbstständig als Projekt- und Prozessmanager für verschiedene deutsche Unternehmen.
Hast du Dinge gelernt, die dir immer noch weiterhelfen?
Ich lebe jetzt mit meinem Mann in Connemara, wo ich täglich von der irischen Sprache umgeben bin, daher sind die Inhalte der Keltologie heute wieder relevanter für mich denn je.
Was waren die Highlights deines Studiums?
Die Exkursion nach Irland war ein wunderbares Highlight. Ein weiteres, die Atmosphäre auf den Konferenzen, wo man mit den Koryphäen des Faches so leicht ins Gespräch kommt.
Was würdest du aktuellen Studierenden raten?
Genießt es!
Was hast du studiert?
Archäologien
Was machst du jetzt?
Ich promoviere in Mittel- und neulateinischer Philologie zum Thema medizinisches Cannabis. Vorher war ich als WHK tätig.
Hast du Dinge gelernt, die dir immer noch weiterhelfen?
Der Keltologie und insbesondere Gisbert Hemprich verdanke ich es, dass ich mittlerweile wissenschaftlich gut schreiben kann und (überdurchschnittlich) gut in Paläographie bin. Ferner verdanke ich es ihm und David Krätzer, dass ich hoffentlich immer den historischen Kontext beachte. Beides hilft mir bei meiner Dissertation sehr
Was waren die Highlights deines Studiums?
Die Exkursion nach Irland und der Luxus des Einzel- bzw. Zweierunterrichts.
Was würdest du aktuellen Studierenden raten? Studiert das Fach nur, wenn es euch wirklich interessiert und nicht, weil es bei Basis „in den Strukturbaum passt“
Was hast du studiert?
Anglistik und Keltologie
Was machst du jetzt?
Diplomarchivar
Hast du Dinge gelernt, die dir immer noch weiterhelfen?
Typografie, Gedankenstriche richtig machen, mit schwierigen Menschen umgehen
Was waren die Highlights deines Studiums?
Der Aufenthalt im Ausland und die Kultur
Was würdest du aktuellen Studierenden raten?
Macht euer Ding, es ergibt sich irgendwas
Was hast du studiert?
Philosophie und Keltologie
Was machst du jetzt?
Orthopädieschuhmacher
Hast du Dinge gelernt, die dir immer noch weiterhelfen?
Das kulturelle Interesse ist geblieben, in Konversationssituationen habe ich immer eine lustige keltologische Geschichte auf Lager, die hilft ein lockeres Gespräch anzufangen.
Was waren die Highlights deines Studiums?
Gruppengröße, Gruppendynamik, Betreuung, Exkursionen
Was würdest du aktuellen Studierenden raten?
Eine Exkursion mit Gisbert mitzumachen ist immer ratsam
Was hast du studiert?
Anglistik und Keltologie
Was machst du jetzt?
Redakteur bei einer HiFi-Zeitschrift
Hast du Dinge gelernt, die dir immer noch weiterhelfen?
Freundschaften, richtige Typografie, Textformatierung, Paläografie/Kodekologie, akademische Herangehensweisen, Doppelmarkierungen sind böse und machen schlechte Träume und Bauchweh
Was waren die Highlights deines Studiums?
Gründung des FA, die Gemeinschaft, das Engagement der Dozierenden
Was würdest du aktuellen Studierenden raten?
Lasst euch drauf ein und macht euch keine Sorge, was ihr danach macht
Wir bedanken uns bei allen Befragten, dass sie sich die Zeit genommen haben, uns so wertvolle und ausführliche Antworten zu schicken.